Das Terrarium Einrichten

Das Terrarium vorbereiten:

Das Terrarium sollte vorher abgedichtet werden, die Vollprofis machen sowas mit Epoxidharz. Allerdings tut es auch sogenannter Sabberlack (Klarlack geeignet für Kinderspielzeug), wenn man das Terrarium komplett bestreichen will. Ebenso gut kann man die Bodenschale und die Etagen mit PVC oder Teichfolie bekleben.
Ich und andere Igelhalter haben die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist, das PVC oder die Teichfolie gut 10cm an den Wänden hochzuziehen, da die Igel manchmal zu kleinen Schweinchen mutieren und es schaffen ihren Kot auch an die Wand zu schmieren.

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Einstreu:

Als Einstreu dient normale Kleintiereinstreu, für ein wenig Abwechslung kann man auch gerne duftende Überstreu nehmen oder Baumwolleinstreu zum auspolstern von Schlafecken etc. Auch Hanfeinstreu und ähnliches ist geeignet.
Die Einstreu sollte nur nicht zu grob sein, damit sich die Igelchen ihre Füße nicht daran verletzen können.
Einige Halter machen auch gern ein Lehm/Sand – Gemisch rein, wie in Wüstenterrarien für Bartagamen z.B.
Ich persönlich halte das allerdings für eher ungeeignet, da die Igel sich gerne im Sand baden und auch darin auf Toilette gehen. Von daher müsste man ziemlich regelmäßig den kompletten „Einstreu-Sand“ erneuern.
Mir wäre das zu teuer und die Kleintiereinstreu tut es auch. 🙂
Zusätzlich kann man auch Stroh anbieten, allerdings sollte man es vorher portioniert Einfrieren um eventuelle Milben abzutöten. Heu ist nicht geeignet, da sich die feinen Halme um Igelfüße wickeln können und dieses zu Abschnürungen führen kann.
Stroh wird vor allem von werdenden Müttern gerne angenommen um das Nest auszupolstern!

Der nächste Punkt ist: die Igel sollten ein Sandbad zur Verfügung stehen haben. Am besten mit einem hochwertigen Chinchilla-Sand. Dieser klumpt gut und man kann den Urin und andere Hinterlassenschaften des Igels einfach raussieben, ohne den Sand komplett tauschen zu müssen.
Außerdem ist der Sand schön fein und rund, so hat er einen guten Reinigungseffekt beim Tier, aber kann es nicht verletzen.
Vogelsand ist zu grobkörnig und scharfkantig!!
Ich habe zusätzlich noch eine Nagerecktoilette mit ganz feinem Katzenklumpstreu in meinen Terrarien stehen, diese wird ausschließlich als Toilette genutzt und funktioniert wunderbar.

Einrichtung:

Es müssen ausreichend Versteckmöglichkeiten geboten werden, für jedes Tier mindestens eine!
Diese können Häuschen, Hamsterzelt, Kuschelsäckchen o.ä. sein.
(Kuschelsäcke bietet auch Claudia Hartwig von „Kuschelhäuser“ an, den Link dazu findet ihr unter dem Menüpunkt „Links“.)

Die Tiere schlafen zwar oft zusammen, aber sie sollten auch die Möglichkeit haben sich aus dem Weg gehen zu können, wenn sie es wünschen.

Ich nutze hauptsächlich Holzhäuser, habe allerdings auch eine große Tonscherbe von einem Blumentopf im Terra, ein paar Kuschelsäcke und eben auch ein Hamsterzelt. Die Igel suchen sich dann ihren bevorzugten Rückzugsort schon selber aus.

Auch ein Laufrad nehmen die Igel gerne an. Es sollte allerdings einen möglichst großen Durchmesser (28cm und größer) haben, um Haltungsschäden zu verhindern, Laufteller sind auch geeignet und die bevorzuge ich, da die Laufhaltung darauf viel besser ist als beim Rad.
Ein Laufrad ersetzt allerdings nicht den Auslauf!!
Die Igelchen legen nachts in der freien Natur große Strecken zurück auf Nahrungssuche. Sie laufen zwar gern im Laufrad aber wenn es zu oft oder zu lange angeboten wird, kann es zu stereotypen Verhalten führen.
Lieber den Igeln mal was „gönnen“ und es für ein paar Stunden dazu stellen.
Hält man mehrere Igel sind auch mehrere Laufräder eine gute Idee, damit sie sich nicht darum streiten müssen.

Verbindung der Ebenen:

Als Aufgang zu den Ebenen kann man gut umgedrehte halbierte Korkröhren nutzen oder auch Weidenbrücken. Bei den Weidenbrücken muss man allerdings darauf achten, dass die Spaltmaße zwischen den einzelnen Hölzchen nicht zu groß sind. Verletzungsgefahr!!! Die Igelchen können hier mit ihrem Füßchen hängen bleiben. Falls euch ein Spaltmaß zu groß erscheint, lieber mit Silikon abdichten.
Kaninchenrampen für Außengehege sind auch geeignet. Diese sind mit einer Art Teerpappe beschichtet und die Igel wetzen sich ihre Krallen beim hoch und runter klettern selber ab.

Für Abwechslung sollte man auch immer mal wieder sorgen. Dazu geeignet sind Rascheltunnel, Weidenbrücken unter denen sie sich verstecken können, ganze Korkröhren, Grasnester, Katzenspielbälle (weiche und harte), Futterkugeln wo die Igel sich ihr Futter „erarbeiten“ müssen und vieles anderes – euch fällt bestimmt was ein!