Der afrikanische Weißbauchigel

Der Weißbauch- oder Afrikanische Zwergigel (Atelerix albiventris) ist im ganzen mittleren Afrika (von Senegal und Sudan bis Sambia) beheimatet.

Die Afrikanischen Igel unterscheiden sich vom Europäischen Igel (Braunbrustigel, Erinaceus) durch die meist geringere Größe, durch – wie der Name schon sagt – die helle bis weiße Fellfärbung, sowie durch anatomische Details im Bau des Schädels, der Zähne und der Anzahl der Zehen an den hinteren Gliedmaßen.
Wegen der besonderen Form ihrer Hinterfüße wird der Weißbauchigel auf Englisch auch „Vierzehiger Igel“ (four-toed hedgehog) genannt und wegen seiner geringen Größe oft auch Pygmy Hedgehog (Zwergigel).

Die Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 17 bis 23 Zentimeter (mit einem kurzen Schwanz) und ein Gewicht von 250 bis 600 Gramm.
In freier Wildbahn werden die Igel meist höchstens 2 Jahre alt.
In der Terrarienhaltung erreichen die Tiere ein Alter von ca 3-6 Jahren.

Afrikanische Igel bewohnen eine Reihe von Habitaten wie Buschland, Steppen und Savannen, manchmal auch Gärten in den Städten der Menschen. Sie meiden allerdings die Wüste und zu dichte Waldgebiete.
Es sind nachtaktive Tiere, die den Tag verborgen in Blätterhaufen, Felsspalten oder kleinen Höhlen verbringen. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche, wobei sie sich weniger auf den schlecht entwickelten Gesichtssinn als auf die ausgezeichneten Geruchs- und Gehörsinne verlassen.

Die Igel sind Einzelgänger, sie haben zwar keine festen Reviere, meiden aber dennoch den Kontakt untereinander weitgehend.
Die domestizierte Form, wird allerdings auch oft in Gruppen gehalten – was wunderbar funktioniert.
Natürlich in getrennten Weibchen- bzw Böckchengruppen.

Wie der Europäische Igel können sie sich im Bedrohungsfall zu einer Kugel einrollen, die mit aufgerichteten Stacheln die Fressfeinde abzuwehren versuchen.

Weiter lässt sich eine Eigenart beobachten, die auch der Europäische Igel vorweist. Im folgenden Text wird vom Europäischen Igel berichtet:

„Die Selbstbespeichelung findet man bei keinem anderen europäischen Tier. Sie wird ausgelöst durch besondere Geruchs- und Geschmackserlebnisse, die den Igel erregen. Er bekaut und beriecht den Gegenstand intensiv, dabei produziert er Speichelbläschen, die er auf dem Rücken verteilt. Es wird vermutet, dass es mit dem Jacobsonschen Organ zusammenhängt (hier werden Atemluft und Speichel gefiltert). Um dieses zu reinigen, entwickelt er übermäßig Speichel. Auch die Überdeckung des Eigengeruchs ist ein Grund.
Dieses Verhalten hat vielen Igeln das Leben gekostet, da sie für tollwütig gehalten wurden.“
Zitat aus „Steckbrief: Europäischer Igel/ Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)“ von Hr. Bohn, Lehrer für „Haltung und Pflege“ am Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler Berufskolleg, Münster